Diese Therapie dient zur Normalisierung der Besiedlung der Darmschleimhaut mit Mikroorganismen und damit gestörte Abwehrverhältnisse zu verbessern.
Warum ist dies so wichtig?
Sicherlich haben Sie schon einmal davon gehört, dass unser Darm unser größtes Immunorgan ist. Unsere Darmschleimhaut besitzt eine riesige Oberfläche, die ungefähr der Größe eines Fußballfeldes entspricht. Hier findet die lebensnotwendige Auseinandersetzung mit Außen („Du bleibst draußen!“) und Innen („Du darfst rein!“) statt. Doch das alleine kann nicht nur die Schleimhaut erreichen. Ihr zur Unterstützung stehen „gute“ Bakterien, die bereits kurz nach unserer Geburt in unseren Magen-Darmtrakt eingewandert sind und wichtige Abwehrfunktionen erfüllen. Aber nicht nur der Darm profitiert von diesen tollen Bakterien. Durch ein spezielles Informationssystem - welches vom Darm ausgeht - werden auch andere Schleimhäute des Körpers geschult und können so Feind oder Freund erkennen. Viele Faktoren führen nun zu einer Fehlbesiedlung unseres Darmes (Darmdysbiose). Denken Sie nur an die vielen Antibiotikabehandlungen, die Sie vielleicht schon einmal erhalten haben. Auch viele andere Medikamente (Hormone, Abführmittel, Medikamente zur Behandlung der Zuckerkrankheit). können zu einer Fehlbesiedlung führen. Natürlich spielen auch die Ernährung, Stress und die zunehmende Umweltbelastung eine große Rolle und können letztendlich Krankheiten auslösen oder unterhalten.
Welche Krankheiten stecken denn nun dahinter?
Ein enger Zusammenhang wird für Allergien und entzündliche Haut-und Schleimhauterkrankungen beschrieben. Auch Asthma bronchiale (Enge mit Entzündung der Bronchien), Karzinome und Autoimmunerkrankungen werden mit Darmdysbiosen in Zusammenhang gesehen.
Was beinhaltet nun die mikrobiologische Therapie?
Diese Therapie soll eine Milieuveränderung der Bakterienflora bedingen und damit das Immunsystem stimulieren. Weiterhin soll durch eine Ansäuerung der Darmflora die Ansiedlung von „schlechten“ Bakterien vermieden werden und die Ansiedlung von „guten“ Bakterien gefördert werden. Befindlichkeitsstörungen wie Blähungen, Völlegefühl und Stuhlunregelmäßigkeiten können so gebessert werden.
Wie sieht diese Therapie nun aus?
Durch die Gabe einer steigenden Menge von „guten“ Bakterien wird eine Umstimmungsreaktion provoziert. Es besteht die Möglichkeit einen „eigenen“ Impfstoff/Autovaccine(z.B. aus Stuhl, aus Urin bei ständigen Blaseninfekten, aus abgehustetem Sekret bei immer wiederkehrenden Infektionen der Atemwege) herstellen zu lassen und damit geimpft zu werden um o.g. Stimulierung auszulösen.
Ist das nicht gefährlich?
Keine Angst, die mikrobiologische Therapie gehört mit zu den nebenwirkungsärmsten Therapien. Zum Einsatz kommen auch nur speziell aufgearbeitete Bakterien, die somit nicht mehr krankmachend sind. Trotzdem können natürlich – wie bei jeder Injektion – allergische Reaktionen, Infektionen oder Blutungen auftreten. Beschrieben sind auch Rötungen und Juckreiz.